Gemeinsame Erklärung 2017

Made in Germany. Was uns stark macht.

Die deutsche Wirtschaft setzt im Frühjahr 2017 drei Schwerpunkte:

  • freien Handel und offene Märkte,
  • Europa stärken,
  • wettbewerbsfähiges Deutschland.


Sie sind – neben hohem Qualifikationsniveau und innovativer Kraft der Unternehmen – die Basis für "Made in Germany" und machen unser Land stark.

Wohlstand durch freien Handel und offene Märkte sichern

Kaum ein anderes Land lebt wie Deutschland von grenzüberschreitend offenen Märkten. Beinahe jeder vierte Arbeitsplatz hängt am Export. Handel, offene Märkte und freier Kapitalverkehr sind gelebte Freiheit. Sie ermöglichen eine stetige Innovationskraft und somit den Erhalt von Wertschöpfung und Wohlstand in Deutschland und weltweit. Die deutsche Wirtschaft setzt sich entschieden für die Weiterentwicklung des regelbasierten multilateralen Handelssystems mit offener, fairer und wertebasierter Ausrichtung ein. Dazu ist nicht nur die zügige Ratifizierung des CETA-Abkommens in den nationalen Parlamenten notwendig, sondern auch der Ausbau weltweiter Partnerschaften.

Europa durch Handlungsfähigkeit stärken

Angesichts der globalen Herausforderungen hat die Festigung der Europäischen Union zusätzliche Bedeutung. Die EU-Mitgliedstaaten sind weiter gefordert, durch Strukturreformen eigene angemessene und überzeugende Schritte zur Stärkung von Produktivität und Wachstum durchzuführen. Nur durch eine verantwortungsbewusste und wachstumsorientierte Fiskalpolitik können sie das Vertrauen der Märkte in ihre Kreditfähigkeit gewinnen. Nicht nur für die weiteren wirtschaftspolitischen Weichenstellungen, sondern auch angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen muss die Europäische Union ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Dies erfordert die Konzentration der Europäischen Agenda auf ihre unabdingbaren und unverzichtbaren gemeinsamen Kernbereiche. Weitere Integrationsschritte müssen dabei die Grundsätze der Subsidiarität und der Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten berücksichtigen.

Deutschland fit für die Digitalisierung machen

Gute Investitions- und Innovationsbedingungen setzen einen schnellen Infrastrukturausbau voraus. Glasfaser ist heute die „neue“ Autobahn. Hier besteht in Deutschland weiterhin gravierender Nachhol- und Beschleunigungsbedarf. Die Digitalisierung hat auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt: Der flächendeckende Netzausbau schafft neue Möglichkeiten und Flexibilitäten z.B. bei der orts- und zeitunabhängigen Verwirklichung von Ideen oder für neue zeitgemäße Arbeitsmodelle. Dies kann die Standortwahl wie auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Dafür muss jedoch auch der notwendige Rahmen für diese flexiblen Arbeitszeitmodelle geschaffen werden. Das trägt auch zur Sicherung der Fachkräfte von morgen bei. Die sich rasch entwickelnde Plattformökonomie muss allen Unternehmen größenunabhängig faire Wettbewerbspotenziale eröffnen. Grundlage für eine breite Akzeptanz und Nutzung der Chancen der Digitalisierung ist die Gewährleistung einer hinreichenden Datensicherheit.

Berufliche Bildung stärken

Die berufliche Bildung ist ein Grundpfeiler für die Stärke und die Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und somit für "Made in Germany".  Neben der dualen Erstausbildung ist künftig gerade die berufliche Fort- und Weiterbildung auszubauen und zu stärken, insbesondere auch zur Vermittlung digitaler Kompetenzen. Hierzu muss die flächendeckende personelle, materielle und finanzielle Ausstattung und Förderung, die neben den Berufsschulen und der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung auch die Einrichtungen und Absolventen der Höheren Berufsbildung fokussiert, hohe bis höchste Priorität haben. An Investitions- und Förderprogrammen des Bundes und der Länder müssen Berufsschulen in gleicher Weise beteiligt werden wie allgemeinbildende Schulen. Gerade auch im Bereich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung und der grenzüberschreitenden Qualifikationsanerkennungen müssen in der Europäischen Union weiterhin strikt die Leitlinien der Subsidiarität und des Ziellandprinzips gelten.

Archiv: Gemeinsame Erklärungen ab 2010

Statements zum Thema

Prof. Dieter Kempf (BDI-Präsident)

»Made in Germany ist und bleibt ein einzigartiges Label auf den internationalen Märkten. Weltweit steht es für Zuverlässigkeit und Innovation. Darauf setzen wir auch in Zukunft. Zentral hierfür ist der möglichst faire und ungehinderte Zugang zu unseren Kunden auf der ganzen Welt. Um diesen Zugang zu gewährleisten, brauchen wir internationale Handels- und Investitionsabkommen. Gerade jetzt, wo die Verhandlungen in der Welthandelsorganisation stocken, sind solche Abkommen der beste Weg, um die Globalisierung nach europäischen Wertvorstellungen mitzugestalten.«

Ingo Kramer (BDA-Präsident)

»Innovationen und hochwertige Produkte, die Kunden weltweit schätzen, entstehen in Deutschland in einem besonderen Umfeld: In den Unternehmen arbeiten qualifizierte und motivierte Fachkräfte, unsere Wirtschaft ist geprägt von einem guten Mix aus international vernetzten großen Unternehmen und einem starken Mittelstand – etwa dem Handwerk. Und schließlich existiert ein partnerschaftliches Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Rahmen der Tarifautonomie. Um diese Standortfaktoren beneiden uns andere Länder. Sie sind Basis und Voraussetzung für unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, für nachhaltige Beschäftigung und für unseren Wohlstand.«

Dr. Eric Schweitzer (DIHK-Präsident)

»Made in Germany ist das Aushängeschild für unsere Produkte und Werte. Produkte aus deutschen Werkhallen sind in aller Welt geschätzt. Sie sind das Ergebnis von langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Unternehmen und gut ausgebildeter Mitarbeiter. Produkte Made in Germany prägen das Image von Deutschland mit Schlagworten wie Verlässlichkeit, Präzision, Ingenieurskunst, Langlebigkeit der Produkte und Innovation. Es sollte daher im Interesse der Politik sein, dieses Qualitätssiegel zu fördern und sich für dessen Erhalt einzusetzen.«

Hans Peter Wollseifer (ZDH-Präsident)

»Made in Germany - das steht für herausragende Technologie, Qualität, Wertbeständigkeit und Verlässlichkeit. Mit ihrer Innovationskraft, Fachkompetenz und Qualitätsorientierung leisten Handwerkerinnen und Handwerker ihren unverzichtbaren Beitrag zu dieser Erfolgsgeschichte. Deren Fortsetzung erfordert den Einsatz aller: Nur durch gemeinsamen Einsatz können Politik, Unternehmer und Beschäftigte dafür sorgen, dass Made in Germany auch künftig ein unbedingtes Qualitätsversprechen bleibt.«