Statements der Präsidenten 2020

Das Münchener Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft

Jährlich treffen sich die Repräsentanten der vier Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft BDI, BDA, DIHK und ZDH zum Spitzengespräch anlässlich der Internationalen Handwerksmesse in München. Der Dialog der Wirtschaftsvertreter mit der Bundeskanzlerin hat seit jeher besondere öffentliche Strahlkraft. Der traditionelle Wirtschaftsgipfel behandelt aktuelle gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Themen. 

Das Münchener Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft findet am Freitag, 13.03.2020, statt. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die Erwartungen der deutschen Wirtschaft an die Bundesregierung mit Blick auf die großen aktuellen Herausforderungen - national, europäisch und global.

Das Münchener Spitzengespräch - eine Institution seit 1965.

Die Teilnehmer

Prof. Dieter Kempf (BDI-Präsident)

»Protektionismus und Handelskonflikte, der Brexit und die weltweit schwache Investitionstätigkeit belasten die deutsche Wirtschaft. Zusätzlich fordern die neuen klimapolitischen Weichenstellungen die Unternehmen heraus.

Es gilt daher, jetzt in die Zukunftsfähigkeit unserer Volkswirtschaft zu investieren - in Verkehrswege, digitale Infrastruktur oder die Erforschung neuer Klimaschutztechnologien. Wir brauchen mehr öffentliche Investitionen und bessere Rahmenbedingungen für private Investitionen.

Das bedeutet auch: Unternehmensteuern senken, Verwaltung digitalisieren und schneller genehmigen.«

Ingo Kramer (BDA-Präsident)

»Unsere sozialen Sicherungssysteme sind nur dann verlässlich, wenn sie auch nachhaltig finanzierbar bleiben. Nur mit grundlegenden Reformen können die Sozialabgaben unter 40 Prozent der Bruttolöhne gehalten werden.

Wenn nicht gegengesteuert wird, ist ein Anstieg auf rund 50 Prozent bis 2040 zu erwarten. Bei einer so hohen Belastung wären negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt unvermeidbar. Dazu darf es nicht kommen.

Wir brauchen eine rechtlich abgesicherte Sozialabgabenbremse analog zur Schuldenbremse.«

Dr. Eric Schweitzer (DIHK-Präsident)

»Die deutschen Unternehmen bewegen sich derzeit in einem konjunkturell schwierigen Umfeld. Gleichzeitig stehen mit der Energiewende, der Digitalisierung und dem Wandel in der Mobilität ehrgeizige Projekte auf der Tagesordnung. Hierzu brauchen unsere Unternehmen Spielraum für die nötigen Investitionen.

Eine Voraussetzung, damit wir erfolgreich sind: schneller planen, schneller genehmigen und zügig umsetzen. Das gilt für neue Windräder und Stromleitungen und natürlich auch für neue Schienenwege, Funkmasten, den Breitbandausbau oder den Um- und Ausbau von Produktionsanlagen.

Der Wirtschaftsstandort Deutschland lebt davon, dass wir investieren und die Zukunft aktiv gestalten.«

Hans Peter Wollseifer (ZDH-Präsident)

»Unsere Unternehmen sorgen für Wertschöpfung, sichern Arbeitsplätze, bilden aus und zahlen Steuern. Mit ihren Innovationen und anspruchsvollen Dienstleistungen tragen sie zur wachsenden Lebensqualität in unserem Land bei. Das verdient Wertschätzung.

Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie die verbleibende Zeit der Legislaturperiode dazu nutzt, die Wirtschaft wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Unsere Betriebe brauchen Entlastung: eine Unternehmensteuerreform, konsequenten Bürokratieabbau und zukunftsfeste Sozialsysteme mit stabilen Beiträgen.«